Es geht weiter in der lockeren Fragestunde „Warum tut er so?“ Immer dann, wenn ich, die Küchenpsychologen oder der Freundinnenrat nicht weiter wissen, wird die Runde erweitert – um euch liebe Leser.

Fall Nummer 2: Kurzhaarige Frauen und die Probleme der Männer damit

Ich habe mir vor ein paar Tagen die Haare abschneiden lassen. Sehr kurz, sehr radikal und dunkler sind sie auch geworden. Das war nicht lange überlegt, sondern entstand eher so während ich auf dem Friseurstuhl saß. Meinen Friseur kenne ich seit Jahren. Ich komme meistens mit einer – wie ich finde – konkreten Vorstellung zu ihm. Er verändert, verfeinert und wirft sie manchmal ganz um. Diesmal hatte er eine Idee und ich keine Einwände. Und jetzt haben alle Männer ein Problem. Gut, alle ist übertrieben, aber so ziemlich alle, meinen Vater eingeschlossen.

Frauen finden es „super“, „klasse“, „wow“.
Männer sagen „oh“, „was hast du denn …“, „es steht dir ja, aber …“

Möglichkeit eins: Die weiblichen Kommentatoren lügen gut
Möglichkeit zwei: Frauen und Männer haben ein unterschiedliches Geschmacksbild
Möglichkeit drei: Männer haben ein Problem mit kurzhaarigen Frauen

Letztere halte ich nach Umfrage im kurzhaarigen Bekanntenkreis für extrem wahrscheinlich. Und auch meine haarige Vergangenheit bestätigt mich in der These. Ich hatte nie Haare bis zum Arsch, aber meistens waren sie schon zopffähig. Wurde mal unter der Grenze geschnitten, gab es gleich Mecker vom Freund. „Och nööö, nicht so kurz.“ Damals wie heute ist die Begründung: Kurze Haare sind unweiblich.

Was ist denn bitte das für eine Aussage? Warum sollen Frauen lange Haare haben? Als Unterscheidungskriterium zwischen Mann und Frau? Damit jemand daran ziehen kann? Um sie erst zusammenzubinden und dann in passender Umgebung schwunghaft, sexy aufzuschütteln?

Ich bitte um Erklärungen, werte Männerwelt! Wahlweise auch um Hymnen auf das kurze Haar.