Der große, dicke Umschlag thront auf den Briefkästen. Für mich. Ich sehe den Absender und führe eine kleines Freudentänzchen direkt an der Haustür auf. Erstens: endlich mal keine Rechnung – und zweitens ist es ein Verlagskatalog mit Buch-Neuerscheinungen des kommenden Jahres. Wie oft hatte ich einen solchen Katalog schon in der Hand. Aber jetzt ist es die Vorschau von Knaur und darin: mein Buch. Yeah! Yeah! Yeah! Ich habe ein Buch geschrieben. Still und heimlich. Also, na ja, ääähm, ich schreibe noch. Aber der Katalog ist schon mal fertig. Immerhin. Setzt mich auch kaum unter Druck … Und so sieht er aus:

Ein Blick in den Knaur-Katalog auf das Buch von "Der Singlefrau"
„Mein Bett ist halbvoll“ von Der Singlefrau erscheint bei Knaur

Wow! Fühlt sich verrückt an. Und obwohl ich es selbst schreibe, kann ich es nicht glauben. Womöglich erst, wenn ich „Mein Bett ist halbvoll“ in den Händen halte. Das dauert noch. Erscheinungstermin ist Anfang Mai. Aber einer der Gründe, warum ich mich jetzt schon auf den Frühling freue.

Toni, ihre Mutter und das Singleleben
Seit etwas mehr als einem Jahr schreibe ich fast jede Woche für stern.de aus dem und über das Leben als Singlefrau. Dass das Projekt mal in einem Buch münden würde, habe ich nie für möglich gehalten. Das habe ich ungefähr so genau geplant, wie Mann und Kind in meinem Leben – nämlich gar nicht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen! Und meine erste Reaktion auf eine Anfrage war: „Auf gar keinen Fall!“

Aber die Literaturagentin wusste, was gut für mich ist und mir Spaß macht. Und so gab es irgendwann ein Konzept, eine Leseprobe, plötzlich einen Verlag – und jetzt bald ein gedrucktes Buch. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Agentin und an meine Lektorin – für Ideen, Kritik, Händchenhalten in allen Lebenslagen. Es überrumpelt mich noch immer. Daher muss ich gerade auch mal etwas Werbung in eigener Sache machen.

Das Buch sind nicht die Texte der letzten 60 Wochen, sondern Geschichten aus dem Leben von Toni. Toni ist Mitte 30, hat sich vor zwei Jahren von ihrem Freund getrennt und ist mit ihrem Singleleben im Reinen. Sagt sie. Denn im Alltag ist das gar nicht so einfach: Sie muss mit ihrer Mutter darüber diskutieren, dass die Enkelkinder ausbleiben. Sie verknallt sich in einen Kerl, der sie dann per Whatsapp abserviert. Sie hängt ihrem Ex-Freund hinterher, beginnt eine Affäre mit einem verheirateten Mann, lernt die BDSM-Welt kennen, fährt erstmals allein in den Rucksack-Urlaub, erlebt, wie sich ihre beste Freundin Juli nach Jahren wieder neu verliebt und muss in großer Familienrunde unterm Tannenbaum ihren Status als Single verteidigen. Also ein ganz normales Singelleben mit Mitte 30.

Wie es ausgeht, weiß ich noch nicht. Ich schreibe ja noch 😉 Aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass Toni nach 240 Seiten wieder einen Mann an ihrer Seite hat. Für unter-den-Weihnachtsbaum eurer besten Single-Freundin bin ich zu spät dran. Aber passend zu den Frühlingsgefühlen gibt es „Mein Bett ist halb voll“ im Buchhandel eures Vertrauens zu kaufen.

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