Jede Nacht einen anderen mitnehmen? Schön wär’s! Bei der Singlefrau herrscht derzeit Langeweile im großen Bett. Was dagegen hilft? Fünf Tipps.

Ihre Hände umfassen meine Taille, gleiten hoch bis unter die Achseln, dann runter bis an den Hosenbund. Ihre Finger suchen sich einen Weg zwischen T-Shirt und Hose, streifen einmal den unteren Rücken. Alles geht innerhalb von Sekundenbruchteilen, schnell und routiniert. Sie ahnt vermutlich nicht, dass seit Wochen mir niemand so nahe gekommen ist wie sie. Ich spüre ihren Atmen in meinem Nacken. Ein Schauer jagt mir über den Rücken. Ich erschrecke. Ich vermisse so sehr körperliche Nähe, dass ich auf die Sicherheitskontrolle am Flughafen reagiere?! Ernsthaft?! Es wird ganz offensichtlich mal wieder Zeit für eine Nacht zu zweit.

Viele Singles vermissen nicht unbedingt einen Partner. Aber Nähe, mitunter geistige, aber wohl vor allem körperliche. Jemand, der dich festhält, der dich drückt, dir durchs Haar wuschelt, seinen Arm um dich legt. Gesten, die auch unter Freunden üblich sind, und damit auch für Singles erreichbar. Alles, was intimer wird, erfordert einen heißen Flirt, eine kurze Affäre, wenigstens eine Nacht.

Aber manchmal kommt es nicht zum One-Night-Stand,

  • weil man nicht weggeht und niemanden kennenlernt
  • weil man sich nicht traut, den heißen Typen im Biergarten anzusprechen (und er auch keine Anstalten macht)
  • weil man den Kerl, der an der Bar einen flotten Spruch reißt, nicht anfassen möchte – so groß kann die Not gar nicht sein! Niemals! Also, nun ja, zumindest jetzt noch nicht.
  • weil man nicht neben einem Fremden aufwachen will
  • weil man sich auf überhaupt gar niemanden einlassen will, auch nicht für eine Nacht

Also braucht es Strategien, mit denen Nähe geschaffen werden kann:

(man steht ja nicht jeden Tag an der Sicherheitskontrolle)

  • Bei der nächsten Begrüßung oder Verabschiedung mit einer Freundin zwei Sekunden länger halten und genießen. Es müssen ja nicht immer intime Berührungen sein, um Nähe zu erzeugen.
  • Paartanz rockt! Jemand hat mich im Griff, führt mich, also er versucht es zumindest. Kürzlich habe ich mit einem Kollegen einer Freundin auf einer Party von Discofox bis Samba alles durchgetanzt, auch wenn ich bei jedem Lied erneut betonte, dass ich echt nicht tanzen kann. Meine Tritte auf seine Zehen haben ihn offensichtlich nicht gestört. Seine Hand auf meinem Rücken mich auch nicht. Und ich erhob weder Widerspruch noch meine Hand als er nach dem sechsten Bier und dem zwölften Lied mir ins Ohr schrie: „Du hast echt einen heißen Arsch.“
  • Ich gönne mir endlich mal wieder eine Thai-Massage. Die Berührungen sind zwar nicht sanft und zärtlich und mein Rücken kracht fürchterlich dabei. Aber es sind 60 Minuten, in denen ich einfach nur daliege und genieße, dass sich jemand um mich kümmert, auch wenn ich dafür bezahle.
  • Apropos, ich hab auch schon mal „Callboy“ gegoogelt, um die Idee dann beim Anblick der Männer gleich wieder zu verwerfen. Dann doch lieber der Kerl mit dem dämlichen Spruch an der Bar. Callboys sind auch nur in Filmen jung und sexy … Falls jemand schon mal andere Erfahrungen gemacht hat – sachdienliche Hinweise zum Thema gern an mich. 😉
  • Ich lege selbst Hand an oder greife zu Dildo oder Vibrator. Derzeit benutze ich das Ladekabel fast häufiger für meinen Vibrator als für mein Smartphone. Das Ergebnis ist gut, das Kopfkino läuft, der Orgasmus kommt zuverlässig und gewaltig, meistens auch ein zweites Mal und mit ihm die Entspannung. Aber vom erotischen Standpunkt aus gesehen, ist das nur so mittel prickelnd. Das Wühlen in den Kissen macht zu zweit einfach mehr Spaß, dauert länger und ist intensiver. Das lässt sich durch keine noch so neue Technik ersetzen..

Auf dem Rückflug zeigt der Körperscanner keine auffälligen Stellen an meinem Körper. Keine Tastkontrolle. Schade. Also buche ich mir für morgen eine Thai-Massage.