Es soll immer wieder mal vorkommen, dass selbst die überzeugtesten Singlefrauen sich verknallen. Und dann begehen alle die selben Fehler.

Ich muss mich zur vorangegangenen Äußerung, dass mich nur Deppen daten, korrigieren. Zumindest ein wenig. Es gibt dann doch mal Dates, bei denen man den auf jeden Fall vorhandenen Knall nicht gleich merkt. Und dann schlägt das Pendel in die krasse andere Richtung. Geht mir so. Geht Freundinnen so. Dann drehen Singlefrauen komplett frei. Dann werden Prinzipen gar nicht erst in Frage gestellt, sondern gleich über Bord geworfen.

„Ich? Keine Kinder? Hab ich nie gesagt.“ Oh, doch. Das ist auch zweifelsfrei belegbar und für die Nachwelt festgehalten. Das Internet vergisst nie, sagt Mutti immer, stimmt auch. Aber kürzlich begab es sich tatsächlich, dass ich diesen Grundsatz nochmal überdenken wollte. Nur, weil ein Typ mir halbwegs glaubhaft versicherte, dass ich eine tolle Frau sei, sogar eine sehr tolle. Aber da sei ja dieses Problem mit dem Alter. DAS ist also das wahre Problem, wenn man Toyboys datet.

Übersprungshandlungen auf Grund von Emotionen
Die Verwirrung hielt einige Tage an, legte sich dann so schnell, wie sie gekommen war. So fix wirft keine Singlefrau ihre Prinzipien über Bord. Aber doch begehen wir zu gern immer wieder die gleichen Fehler, sobald sich so etwas wie Gefühle einstellen. Vermutlich ist es die schlichte Überforderung mit der unbekannten Situation, die zu Übersprungshandlungen führt. Und das muss nicht gleich das Infragestellen der Lebensprinzipien innerhalb von 15 Minuten sein:

Die Smartphone-Tragik
Alle fünf Minuten aufs Handy gucken.
„Warum antwortet er denn nicht? Gelesen hat er meine Nachricht schon vor 15 Minuten …
Kann man meine Worte falsch verstehen?“
„Dann findet er mich wohl doch nicht mehr interessant.“
„Ob er wohl bei ner anderen ist? Nein, er ist bestimmt nur bei der Arbeit / bei Oma auf dem 75. / fährt gerade Auto.“
„Mmmmh, nochmal schauen, wie lange er sonst immer zum Antworten brauchte.“

Lass es. Es gibt tausend und drei Gründe, warum er erst morgen oder in drei Tagen antwortet. Lass das Telefon mal in Ruhe, nimm es nur in die Hand, wenn es einen Ton von sich gibt und wenn es dann Mutti ist, sei nicht enttäuscht.


Die Erwartungsfalle

Man war ein paar Mal miteinander aus, ist womöglich einige Male nebeneinander aufgewacht, aber ist noch weit davon entfernt, mit zu seinen Freunden mitgenommen zu werden, geschweige denn zu den Eltern zu fahren, dennoch türmen sich im Hintergrund schon die Erwartungen auf.
„Er muss doch merken, dass es mir schlecht geht / mich mein Chef heute geärgert hat / ich den Sonntagabend nicht allein verbringen will.“
Und selbst wenn er dann reagiert, dann nicht in dem Umfang oder in der einfühlsamen Art, die man selbstverständlich selbst an den Tag gelegt hätte, wenn er den Eindruck der Hilflosigkeit gemacht hätte. Frauen schließen dann gern von sich auf andere, verpflichten den Mann zur angemessenen Reaktion, obwohl sie ihm nie die Definition von angemessen verraten haben.

Du hast bislang höchstens Erwartungen an dich gestellt. Bleib dabei. Die Enttäuschungen sind zu groß.


Der Soulmate-Fehler

Bislang war es deine beste Freundin, der du die Dinge geschrieben und erzählt hast, die du mal los werden musstest, der du Fotos geschickt hast, wenn du Momente teilen wolltest. Jetzt wird er bombardiert. Täglich. Es gibt so viel zu teilen, zu erzählen. Du interessierst dich für sein Leben, daher wird er sicherlich auch alles von dir wissen wollen.

Oh nein, leider nicht. Männer teilen nicht so viel, schreiben weniger und haben kaum Gesprächsbedarf. Bis die sich so öffnen, braucht es Zeit – und da seid ihr beiden noch lange nicht. Also: Zurückhaltung, auch wenn es schwer fällt.


Die Kalender-Aktion

„Mmmh, also wir haben uns das letzte Mal vorgestern gesehen. Bei der Verabschiedung wollte er sich nicht auf ein nächstes Date festlegen. Warum wohl? Will er mich nicht mehr treffen? Trifft er noch andere? Fand er den Abend doch nicht so gut, wie er behauptet hat?“

Und dann blockt die Dame schon mal alle noch freien Kalendertage im vorauseilenden und nie verlangten Gehorsam. Nur für den Fall, dass sich der feine Herr meldet und entschließt, es zu einem weiteren Date kommen zu lassen. Die Freundinnen werden auf die Warteliste gesetzt.
„Ich könnte morgen, übermorgen, Freitagabend auch. Das kommende Wochenende fahre ich weg. Mist, das lässt sich auch nicht mehr verschieben. Und wenn er nur dann kann?“

Ja, dann bist du halt nicht verfügbar. Das wird er überleben und eure Geschichte auch.

Die Interpretationskunst
Man kennt sich nicht, man ist sich noch nicht sehr nah. Aber jeder Halbsatz wird auseinander gepflückt wie damals im Deutsch-Leistungskurs. Der Deutschlehrer wäre überglücklich gewesen, wenn man diese Fähigkeit schon vor zwanzig Jahren an den Tag gelegt hätte.
„Wenn er mich als Begleitung auf einen Abend nimmt, an dem man auch seine Kollegen trifft, dann kann er mich ja nicht ganz so uninteressant finden.“
„Er hat sich gemerkt, dass ich heute eine wichtige Präsentation habe und hat mir viel Glück gewünscht, unwichtig scheine ich ihm also nicht zu sein.“
„Er sagt, der Sex mit mir sei fantastisch, das will er immer wieder haben.“

Ja, Frauen sagen und machen so etwas nur, wenn sie es wirklich meinen. Männer lassen sich auch mal durch eine kurz anhaltende Laune dazu verleiten.

Die treibende Ungeduld
Du bist dir sicher: Du willst ihn wieder sehen, du willst mehr von ihm, weil diesmal ein wenig Gefühl mit im Spiel ist. Mag sein, dass es bei ihm auch so ist. Mag sein, dass es sich anders ausdrückt oder gar nicht vorhanden ist. Vielleicht braucht es aber auch einfach mehr Zeit oder soll nicht zu der Konstellation führen, die dir plötzlich vorschwebt. Für dich ist alles klar, warum braucht er so lang?

Er kann nicht in deinen Kopf gucken. Kann deine Gedanken nicht lesen. Reden hilft und meistens auch eine gute Portion Geduld. Du warst lange genug Single, diesen Status muss man nicht von heute auf morgen ändern.

Das Ins-Leben-einbauen
Wie gesagt, wir sind noch immer in dem Status, dass man sich in lockeren Abständen trifft. Es geht vielleicht mehr um Körperlichkeiten als um ein Sonntagabend-Tatortgucken-Treffen. Aber dennoch weiß Frau ganz genau, was er in dieser oder jener Situation machen oder sagen würde. Sie sieht ein Plakat für das Konzert einer seiner Lieblingsbands und kauft schon mal vorsorglich Tickets als Weihnachtsgeschenk, auch wenn das Christkind erst in vier Monaten kommt und es durchaus fraglich ist, ob man sich dann noch kennt.

Dein Leben hatte bislang genau einen Fokus: dich. Bleib dabei, verlier dich nicht aus den Augen.

Die Schönrede-Methode
Er sagt dir, dass du eine tolle Frau bist, dass es nicht an dir liege, aber er stecke noch zu sehr in seiner letzten Beziehung, könne sich gerade nicht festlegen, habe so viel zu tun. Du glaubst ihm. Du hoffst. Du wartest.

Lass es! Er ist nicht ernsthaft interessiert. Wäre er es, würde er andere stehen und alles liegen lassen.

Das Sein-Leben-adaptieren
„Hat er nicht neulich gesagt, dass er „Die Physiker“ von Dürrenmatt so großartig findet. Muss ich wohl unbedingt mal lesen.“
„Eigentlich interessiere ich mich überhaupt nicht für moderne Kunst, aber da ist doch diese neue Ausstellung im Kunstmuseum. Die gefällt ihm bestimmt.“
„Bislang war ich überzeugte Vegetarierin, aber ich kann eigentlich echt mal wieder Schnitzel-Pommes essen.“

Wenn er sich bereits in dich verliebt hat, dann in eine Frau, die selbstständig ist, die unabhängig ist und ihr Ding macht – und nicht in eine Klette. Also, bleib bei dir! Nichts gegen Experimente und Neues, aber nicht seinetwegen.