„Unverbindliche Männer gibt es überall, unrealistische Erwartungen und nicht vereinbare Gegensätze ebenfalls“

schrieb Leser „Onkel Christoph“ in der vergangenen Woche in die Kommentarspalte.

Aber warum planen unverbindliche Männer dann mit ihren Dates das nächste Treffen? Schlagen Restaurants und Kinofilme vor, die man unbedingt zusammen testen und sehen müsse? Kündigen zum Kaffeetrinken eine Lieferung von feinstem Kaffee an? Und planen einen mehrtägigen Roadtrip durch die Republik?
Das sind nicht (nur) meine Erfahrungen, sondern konkrete Fallbeispiele aus dem Umfeld.

Es ist mal wieder Zeit für eine Fragestunde aus der Reihe „Wieso tut er so?“ Denn: Frauen verstehen Männer nicht und Männer die Frauen nicht. In den vorangegangenen Folgen kamen jeweils sehr erhellende Kommentare zusammen, sowohl beim Jo-Jo-Mann als auch bei der Frage nach der präferierten Haarlänge oder enttäuschenden Blind Dates.

Also, Fall Nummer 4: Er plant mit dir die nächsten vier Treffen, lässt dann aber nie wieder von sich hören oder sagt (wenn es gut läuft) ab. „Oh, tut mir leid, gerade wahnsinnig viel zu tun.“

Eins vorweg: Das kann auch gut ein generelles, also nicht rein männliches Verhaltensmuster sein, aber da ich das nicht erfahre und so auch nicht im Freundinnenkreis höre, müssen sich die Herren der Schöpfung äußern.

Als ich mich in der vergangenen Woche über fehlende Kommunikationskultur meiner holländischen Dates echauffierte, gab es einige Kritik – vor allem von männlichen Lesern. Neben simplen Erklärungen, dass das an meiner Person, meinem Aussehen und an meinem Charakter läge, kam aber auch immer wieder durch, dass dies kein niederländisches und schon gar nicht ein rein männliches Problem sei. Sondern schlicht und einfach daran läge, dass Unverbindlichkeit das heutige Dating präge.

Männlein wie Weiblein wollen sich alle Optionen offenhalten. Man lebt in der Gewissheit, dass man sich nicht binden muss, um emotional über die Runden zu kommen. Mehr Spaß und Sex hat man (vermeintlich) ohne Beziehung. Warum Kompromisse eingehen, Freiheiten aufgeben, wenn man alles haben kann? Und im Hinterkopf kreist ständig der Gedanke, dass da ja auch noch jemand Besseres kommen könnte. Ein Blick in die Tinder-App zeigt ja, dass für Nachschub gesorgt ist.
„Aber warum macht er dann erst Pläne?“ Die Augen meiner Freundin gucken so verzweifelt und fragend wie ich mich fühle. Keine Ahnung!

Ein paar Hinweise der Herren gab es bereits:
Leser Darian sagte: „Aussagen zu Planung, was wann machen usw. können auch Taktik sein, denn so gibt’s schneller Vertrauen und somit Sex.“

Und Dante bot gleich mehrere Gründe an:
1. Sie „klammert“ plötzlich. Er bekommt Panik.
Wobei die Definition von „klammern“ sehr dehnbar ist …
2. Er will kein Drama, also sitzt er es aus anstatt ein klares Wort zu sagen.
3. Er ist mehrgleisig gefahren und hat jetzt die Spur gewechselt.

Nicht euer Ernst?! Wie soll man denn da noch Lust auf ein Date bekommen? Auch unverbindlich werden? Nichts mehr glauben? Nur noch mitspielen, nichts mehr fühlen?

Ich habe auch schon ein Date beendet mit „Ich melde mich nach dem Urlaub“ und wusste genau, dass ich mich nie melden würde oder bei zwei, drei weiteren SMS nach dem ersten Treffen nicht zurückgeschrieben, sondern mit den Augen gerollt. Aber wenn ich einen konkreten Vorschlag mache, was man zusammen unternehmen könnte, dann will ich niemanden ins Bett quatschen, sondern wirklich ins Kinos gehen. So viel Verbindlichkeit müsste doch auch im Tinder-Zeitalter drin sein.

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